Die großen KI-Geschäftsführer rufen dazu auf, KI besser zu überwachen. Aber sie sind es, die die Forschung überhaupt vorantreiben. Ich beantworte die wichtigsten Fragen zu diesem Widerspruch.
Im Februar 2024 verkündete der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna, dass KI zwei von drei Aufgaben in der Kundenbetreuung übernehmen werde und 700 Stellen ersetzen soll. Heute stellt Klarna wieder Mitarbeiter:innen im Kundendienst ein. Dieses Muster, „wegen KI“ entlassen, dann wieder neu einstellen müssen, wiederholt sich auch bei anderen Firmen, etwa bei US-Autobauer Ford in der Qualitätssicherung. Selbst IT-Spezialist IBM schafft neue Einsteigerstellen, die der Konzern zuvor gestrichen hatte.
Jailbreaking gewinnt seit den Anfängen der KI-Chatbots an Verbreitung. Manche machen daraus eine Kunst. Andere eine Wissenschaft. Tech-Firmen versuchen, dagegen anzugehen und immer mehr Maßnahmen zu ergreifen, um solche Angriffe zu verhindern. Doch Fachleute sind sich einig, dass Sprachmodelle immer Schwachstellen haben werden. Und einige davon ähneln den bekannten Schwächen von Menschen.
Das kann jedem passieren, auch Menschen, die das gar nicht wollen und glücklich in ihrer Partnerschaft sind. Christoph Koch erklärt, wie KI Beziehungen verändert.
Renée DiResta sieht nicht aus wie eine CIA-Agentin. Sie trägt keine dunkle Sonnenbrille und schaut nicht ernst. Im Gegenteil: Sie lächelt häufig und herzlich. DiResta war zwar während ihres Bachelorstudiums Anfang der 2000er Jahre einige Sommer lang Praktikantin bei der CIA, hat dort aber hauptsächlich Daten aufgeräumt – Arbeit, wie sie Praktikant:innen überall machen. Eine feste Stelle beim Geheimdienst hatte DiResta nie.
Lars Lindauer ist Vorstandsmitglied des CSD-Vereins in Stuttgart und war früher Redakteur bei Krautreporter. Hier erzählt er, was er über den Anschlag auf den Berliner CSD denkt, wie der Angriff ihn als Mitglied der queeren Community trifft und welche Ängste er seither hat.
In einer Umfrage konntet ihr uns kürzlich alles schreiben, was ihr zu KI wissen wollt. Antonia zum Beispiel fragt: „Kann KI die Menschheit auslöschen?“ Florian würde gerne die Maschinerie hinter der Nutzeroberfläche kennen, also verstehen, wie Künstliche Intelligenz eigentlich funktioniert. Und Astrid interessiert sich dafür, „wie eine ethisch vertretbare, gesellschaftlich sinnvolle Nutzung von KI aussehen könnte“. Um dir bei diesen Fragen den Einstieg zu erleichtern, empfehle ich dir meine Lieblingsbücher rund ums große Stichwort „KI“.
„Die Wissenschaft steckt in einer Vertrauenskrise“, schrieb die Zeit 2017. 2020 fragte sie: „Wem können wir jetzt noch vertrauen?“ Im selben Jahr titelte die Süddeutsche Zeitung: „Warum das Vertrauen in Wissenschaft sinkt“. Und noch 2025 lautete eine für Google optimierte Überschrift der FAZ: „Vertrauen zurückgewinnen“. Nur: Die Daten erzählen eine andere Geschichte.
Deutschlands führender Bewusstseinsforscher hat es mir erklärt und noch einen draufgelegt: Denn wehren können wir uns dagegen kaum. Nur die Schöpfer der KI können ihnen die Menschlichkeit austreiben.
Russlands Angriff auf die Ukraine gilt auch als Weltraumkrieg: Um die Verteidigung zu stören, begann Moskau seine Invasion mit einer Cyberattacke auf den Satelliteninternetanbieter Viasat. Außerdem verfolgen die Großmächte gegenseitig ihre Satelliten, und die russische Regierung plant eventuell, eine Atomwaffe im Weltraum zu stationieren. US-Konzerne wiederum wollen ihrem Land ausdrücklich „die Kontrolle im Weltraum“ sichern.
KI als Religion und KI für Religion sind zwei unterschiedliche Themen. Als Religion könnte KI die Welt verändern, für Religion ist KI nur ein Werkzeug. Die Technologie kann Gemeinden auf viele Arten unterstützen, aber sie ändert wenig daran, was Religionsvertreter tun und warum.
Im April 2026 entschieden sich OpenAI und Anthropic, die zu den derzeit einflussreichsten Entwicklern generativer KI gehören, zu einem ungewöhnlichen Schritt. Ihre neuesten Modelle sollten vorerst nicht veröffentlicht werden. Der Grund klang alarmierend: Die Systeme seien so leistungsfähig, dass sie missbraucht werden könnten – als Werkzeuge für gezielte Angriffe auf IT-Systeme. KI, so die implizite Warnung, drohe zur digitalen Waffe zu werden.
Die Firma Math, Inc. hat mit Einsatz von generativer KI einen preisgekrönten mathematischen Beweis formalisiert. Der Code der KI namens Gauss ist die erste Formalisierung eines Beweises, der die Field-Medaille gewonnen hat – auch bekannt als Nobelpreis der Mathematik. Damit knüpft Math, Inc. an eine alte Tradition an und stellt gleichzeitig viele neue Fragen.
Die besten Fachleute für Open Source Intelligence (Osint) verkörpern die ursprüngliche Idee des Internets: freier Zugang zu Information für alle. Sie gelten als Korrektiv gegen die Macht und Machenschaften der Wenigen. Damit bilden sie einen Grundstein der modernen investigativen Recherche. Die zahlreichen sogenannten Situation Monitors zum Irankrieg sind da etwas anderes.
Obwohl sie bis zu 85 Prozent der Masse unseres Universums ausmachen könnte, wurde Dunkle Materie noch nie direkt nachgewiesen. Wissenschaftler wissen nicht einmal, woraus sie besteht. Der vielversprechendste Kandidat sind sogenannte Axionen. Aber selbst davon wurde wahrscheinlich noch nie auch nur ein einzelnes erfasst. Dank einer neuen Studie könnte sich das bald ändern.
Die Ostsee war dieses Jahr noch teilweise gefroren, als die Blaualgen zum ersten Mal Schlagzeilen machten. Die potenziell giftige Bedrohung für Pflanzen, Tiere und Wirtschaftszweige macht im Norden seit Jahren Probleme. Trotzdem bleibt es bisher schwierig zu erklären, wie genau sich Blaualgen plötzlich rasant verbreiten. Und wie man es verhindern könnte.
Kosmische Strahlung und Mikrogravitation: Menschliche Zellen sind im Weltraum einer anderen Belastung ausgesetzt als auf der Erde. Das ist bekannt. Jetzt aber haben zwei Wissenschaftlerinnen unter Leitung der saudi-arabischen Weltraumorganisation das Phänomen so detailliert erforscht wie selten zuvor: Rayyanah Barnawi, Astronautin an Bord der Internationalen Raumstation (ISS), und Wijdan Al-Ahmadi, zuständig für die Kontrollexperimente auf der Erde und biomedizinische Wissenschaftlerin am König-Faisal-Spezialkrankenhaus in Riyad.
Cybersicherheitsforscher bei Anthropic haben vor Kurzem berichtet, sie hätten mit Claude 500 Zero-Day-Exploits in aktueller Open-Source-Software gefunden. Viele Experten reagieren mit Skepsis auf die fehlenden Angaben zu CVE‑IDs oder auf die Anzahl falsch positiver Ergebnisse; das verfehle gängige Standards.
Schon vor Moltbot und Moltbook war das große KI-Thema MCP: nicht das Master Control Program aus Tron, sondern das Model Context Protocol. Die Anthropic-Entwicklung orchestriert einen Weg, wie LLMs auf externe Tools zugreifen. Für Optimisten ebnet das den Weg in die agentenbasierte Zukunft. Kritiker sehen eine Lösung, die ein Problem sucht. Und Sicherheitslücken gibt es zuhauf.
Einige erschöpfte Studenten inspirierten Andreas Eisingerich, Professor am Imperial College London, zu einer Studie. „Viele erzählten, dass sie sich zunehmend überfordert und gestresst fühlen“, sagt er. Aber „manche von ihnen haben erwähnt, dass bestimmte Videospiele eine kindliche Freude wecken können“. Eisingerich und Kollegen haben sich das näher angesehen – und Hinweise darauf gefunden, dass Videospiele glücklich machen und sogar das Burn-out-Risiko senken können.
Elon Musk gilt als jemand, der selten an sich zweifelt. Überraschend ähnlich verhält sich das KI-Modell seiner Firma xAI, Grok: Es hält sich für das beste, auch wenn es dafür kaum Belege gibt. Doch kann eine KI tatsächlich so etwas wie Persönlichkeit haben, Überzeugungen, Vorlieben, einen Charakter? Zwei Frauen wollten es genauer wissen und ließen Sprachmodelle Comics über ihr eigenes „Leben“ zeichnen.
Bildauswertung mit künstlicher Intelligenz hat unzählige Anwendungen – auch im Katastrophenschutz. Hier könnte KI sogar helfen, Leben zu retten. Doch Anwender müssen wissen, wie die Technologie funktioniert, um zu verstehen, was sie leisten kann. Auch als Laie lohnt es sich, hinter den Vorhang zu gucken: Wie genau hilft KI zum Beispiel bei der Schadensbewertung nach einer Flutkatastrophe? Was können diese Technologien wirklich?
Etwa 2030 werde künstliche Intelligenz wahrscheinlich die Welt übernehmen, prophezeien die Autoren von AI 2027, einer Vorhersage, die es bis ins Weiße Haus geschafft hat. Dieses Szenario hat in Medien und einem bestimmten Teil des Internets Furore gemacht. Denn im Hintergrund geht es um die Deutungshoheit zu KI und darum, welche Ideologie unsere Zukunft lenkt.
Roboter, die autistischen Kindern helfen sollen, soziale Fähigkeiten zu trainieren – für einige klingt das nach einem echten Durchbruch, für andere nach einer gefährlichen Illusion. „Wenn du einfach eine Technologie über etwas legst, dann wird alles schlimmer, was an der Situation falsch ist“, warnt etwaRua Williams von der Purdue-Universität in Indiana. Und meint damit nicht nur die Roboter, sondern das ganze System, in das sie eingebettet sind.
Seit November 2024 werden immer wieder Datenkabel am Grund der Ostsee beschädigt. Dadurch wird klar: Die Infrastruktur, auf der die Versorgung mit Internet aufbaut, ist überraschend anfällig – besonders vor MVs Küste, wo Unterseedatenkabel Deutschland mit dem Rest der Welt verbinden. Die Ostsee ist dort in Sachen Cybersicherheit nämlich in vielerlei Hinsicht besonders. Und das schafft Vorteile, aber auch Herausforderungen.
In der Ära der Large Language Models bietet künstliche Intelligenz (KI) unzählige vielversprechende Anwendungen im Katastrophenschutz. Etwa bei Warnsystemen, Bränden oder Erdbeben. Doch die Technologien zu entwickeln, ist nicht die eigentliche Herausforderung: Am schwierigsten wird es, die neuen Werkzeuge so zu verbinden, dass sie Katastrophenschützer:innen in einer Krise die Arbeit erleichtern.
Lange Zeit war der Krieg eine zutiefst menschliche Angelegenheit – grausam, aber von Soldaten geführt, die zwischen Freund und Feind, zwischen Ziel und Zivilist abwägen mussten. Doch mit dem Fortschritt der künstlichen Intelligenz (KI) verändert sich die Kriegsführung radikal.
In einer alternden Gesellschaft sollen Roboter das Mittel sein, um den wachsenden Pflegenotstand zu überwinden – eine vielversprechende Vision, die jedoch oft an den Bedürfnissen der Menschen vorbeizielt. Roboter versprechen Autonomie, aber in der Praxis bleibt unklar, wie sie tatsächlich für mehr Würde und Lebensqualität im Alter sorgen sollen. Das liegt daran, dass eine Lösung für das falsche Problem geschaffen wird. Statt Pflege menschlicher zu machen, könnten Pflegeroboter sie auf mechanische Aufgaben reduzieren.
Various commercial products known as “griefbots” create a simulation of a lost loved one. The technology is supposed to help the bereaved deal with grief by letting them chat with the bot as if they were talking to the person. But we’re missing evidence that this technology actually helps the bereaved cope with loss.